Der zweite Tag in Sofia ist angebrochen. Wir haben eigentlich ganz gut geschlafen, aber irgendwie total das Frühstück verpennt. Um 09 Uhr waren wir mit unserem Dolmetscher verabredet und es war jetzt gegen 08 Uhr, also schnell duschen und zurecht rücken um uns dann schon mal in der Lobby zu sammeln und auf den Dolmetscher zu warten.

Kurz zum Hintergrund. Wir beide sind der englischen Sprache mächtig und denken auch, dass wir das so hinbekommen hätten, wollten aber gerade wenn es zu Gesprächen kommt,  wo man sich sicher sein muss das alles so rüber kommt wie es soll und nichts missverstanden wird, eine Sicherheit dabei haben, der möglicherweise in Bulgarisch übersetzen konnte.

Dabei sind wir auf Ralf von http://bulgarisch-dolmetscher.com gestoßen und hatten direkt den Kontakt schon in Deutschland mit ihm aufgenommen.

Wir hatten uns in der Lobby verabredet und waren uns direkt sympathisch. Nach dem ersten Kennenlernen sind wir ins Restaurant gegangen und haben ihn erstmal auf ein Kaffee eingeladen. Dort haben wir die Themen besprochen worum es uns bei dem treffen geht und haben viel über die bulgarischen Mentalitäten geredet.

Um 10 Uhr wollte uns Michael Nikolov (Junior Sales Manager von Allterco Robotics) aus dem Hotel abholen, die Stunde war also recht schnell um und Michael war dann auch pünktlich vor Ort im Hotel. Das erste persönliche treffen war gut und wir sind dann gemeinsam mit ihm zu der Firma (Allterco) gefahren. Während der rund 15 minütigen Fahrt erzählte er uns bereits angeregt über derzeitige Projekte und informierte sich über unsere Firma und wir haben ein sehr guten Small Talk gehalten.

Vor Ort bei Allterco

Beachtet bitte dass es sich bei diesem Bericht um einen Stand vom Oktober 2018 handel. Mittlerweile sind viele Änderungen eingetroffen und wir werden euch hier auch wieder ein paar neuere Informationen geben, aber das war der Stand zu dem Zeitpunkt.

In der Firma angekommen, durften wir erstmal zu unserem Erstaunen feststellen, dass alles viel besser aussieht, als auf den Google Maps Fotos. Sofia investiert sehr viel in den Straßenausbau und der entsprechenden Modernisierung. Die Unterschiede in der Stadt sind zum Teil noch richtig heftig zwischen alt und neu.

Mr. Security war auch anwesend

Michael führte uns also zum Eingang und das erste was wir sahen war quasi die Lounge bzw. den Eingangsbereich wo u.A. auch derzeit ein paar Shellys verpackt wurden 🙂 Das ein oder andere Bild dürfte dem einen oder anderen schon aufgefallen sein in den sozialen Medien.

Blick in die eigentliche Lounge im Eingang mit kleiner Tee-/Kaffeebar
Der gute Pooltisch wurde umfunktioniert zur Shelly Verpackungsstation

Wir sind dann erstmal in den zweiten Stock gegangen um in die Home Automation Abteilung zu gelangen, wo auch mit Shelly gewerkelt wird.Wir wurden dann in den Meeting-Raum geleitet und durften dann erstmal kurz warten bis der Rest der Crew da war.

Nachdem wir mit etwas kühlem versorgt wurden, kam auch direkt Ivan Mihaylov dazu, Senior Sales Manager im Bereich Home Automation, und mit Michael und unserem Dolmetscher Ralf zusammen konnten wir unsere Gespräche beginnen.

Später gesellte sich noch Dimitar Dimitrov, CEO von Alterco, zu uns und machte die Runde dann endgültig komplett. 

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde hat Ivan uns ein wenig über die Firma Alterco erzählt.

Kleine Geschichte der Firma Alterco

Die Firma Allterco ist vor gut 20 Jahren als Software-Schmiede gestartet. Vorrangig haben sie sich um die Softwareentwicklung für Banken und Mobilnetzbetreiber gekümmert. Vor 3 Jahren waren dann die ersten Ideen zum Thema Smart Home da und es entstand das erste Produkt „She„. Mehr Informationen zum She findet ihr weiter unten.

Des Weiteren vertreiben und entwickeln Sie auch Uhren für Kinder. Mit diesen Uhren können Eltern Ihre Kinder im Notfall orten und die GPS-Position herausfinden oder ein Anruf tätigen auf der Uhr.
Ebenso gibt es für die Kinder ein Notfall-Button, der die Eltern dann benachrichtigt.

Die Uhren werden unter den Namen MyKi geführt (Ableitung von MyKid -> Mein Kind). Sehr interessantes Stück Technik, gerade für Eltern wie ich finde. Die Uhren werden Weltweit angeboten.

In der Smart Home Abteilung (Shelly) arbeiten zu dem Zeitpunkt (Oktober 2018) aktuell gut 45 Leute, plus 25 Leute die speziell für die Entwicklung zuständig sind.

Nachdem Sie uns ein wenig über die Firmenphilosophie und dem ganzen drumherum erzählt hatten, hatten wir die Gelegenheit, mal ein paar Fragen los zu werden …

Wie seid ihr eigentlich auf den Namen Shelly gekommen?

Bei Michael und Ivan macht sich ein Grinsen breit im Gesicht …

Michael steht auf und holt aus der Vitrine ein großen … äh ist das ein Echo Dot in Übergroß? … nein .. ein SHE hervor. Im ersten Moment dachten wir, okay ein Echo Dot aber nein es ist ein She … der ursprüngliche Name und DAS erste „Smart Home“ Gerät, welches Alterco entwickelt hat.

Quasi der Urvater des Shelly 🙂

She – der Urvater des Shelly

Zu aller erst einmal zu den Namen She … She weil Sie (Ja, es ist weiblich) das ganze Haus steuern soll, ein weibliches nettes Wesen, welches als kleiner Hausgeist agiert und einem die Steuerung abnehmen soll.

She kann alles, hat alles, kann aber kaum einer bedienen 🙁

Warum ist der so groß? She kann alles und hat alles! Es sind alle möglichen Sensoren und Features in diesem Ding verbaut, quasi die eierlegende Wollmichsau. Es hat natürlich eine WiFi-Verbindung, 433 Mhz Funk an Board, Bluetooth, einen Wärmesensor, ein Luftfeuchtigkeitssensor, Lautsprecher … und und und … Das Problem, She können genau 2 Personen in der Firma bedienen. Für den Rest ist es zu kompliziert und umständlich. Auch ist die enorme Wärmeentwicklung von She ein Problem.

Ja, Sie mussten eingestehen … okay, lasst uns den Nutzer nicht mit den vielen Funktionen überfordern, sondern uns auf das wichtigste reduzieren und die Usability in den Vordergrund stellen.

She(lly) wurde geboren.

Das „lly“ ist quasi die Verniedlichung von She. Nun gibt es nicht ein Gerät für alles, sondern eine Handvoll Geräte für unterschiedliche Zwecke und Einsatzmöglichkeiten. 

Woher kamen die anfänglichen Lieferschwierigkeiten?

Zunächst einmal entschuldigte sich Ivan bei uns und natürlich auch bei Euch. Sie sind selber extrem überwältigt über den Ansturm auf Shelly und sind sehr enttäuscht darüber, dass es gerade zum Anfang hin sehr problematisch war mit der Lieferung und dem Transport der Shelly-Geräte. Insbesondere nach Deutschland.

Die größten Schwierigkeiten sind bzw. waren bisher die Teillieferanten, die in Verzug geraten sind und somit den planmäßigen Versand für die Geräte immer weiter nach hinten geschoben haben.

Der Shelly wird derzeit in 3 Produktionsschritten gefertigt. Das PCP wird aus China importiert. Danach geht das PCP in das Werk bei Sofia und wird dort vollautomatisiert zusammengestellt aus diversen Komponenten die Teilweise dort auch gefertigt werden oder aber auch da wieder angeliefert werden. Hier können 120.000 Komponente pro Stunde gefertigt werden. Danach wird alles ins Hauptoffice geschickt und letztendlich verpackt und dann auch entsprechend versendet.

Zum einen wird die Produktion drastisch erhöht, damit die Produkte stetig auf Lager sind und direkt versendet werden können. Dazu wurden derzeit rund 150.000 Komponenten geordert. Leider ist so eine Produktion sehr langwierig und wie bereits geschrieben von vielen (auch externen) Faktoren abhängig, daher beträgt der aktuelle Produktionszeitraum (Stand 24.10.2018) ca. 30 – 50 Wochen. Ebenfalls zum angegebenen Zeitpunkt waren die Shelly 1+ 2 auf Lager und verlassen Bulgarien innerhalb von 4-5 Tagen nach Eingang der Bestellung.

Alterco + CREATIONX = schneller Versand u. deutscher Support

Ein weiterer Punkt ist, dass Alterco, respektive Shelly gerne mit uns – CREATIONX – zusammenarbeiten möchte und wir gemeinsam ein schnellen Versand für Deutschland und Österreich sicherstellen können.

Wir gehen hier aber noch einen Schritt weiter. Auch der komplette deutsche Support soll von uns übernommen werden. Sprich, wenn ihr ein Problem mit eurem Gerät habt, könnt ihr euch einfach an uns wenden und wir klären das dann für euch.

Bei einer Retoure oder einem Austausch der Geräte könnt ihr euch ab sofort bei uns melden. Unkompliziert und einfach.

Mehr Entlastung für die Jungs von Shelly und Sie können sich wieder auf die großartige Arbeit konzentrieren Ihre Produkte weiter zu entwickeln.

Nach der ersten kleinen Fragerunde haben wir uns erstmal dazu entschieden, zusammen Mittag zu essen. Danach wollten wir nochmal ein kleinen Rundgang durch das Gebäude machen und Michael wollte uns ein paar Sachen erklären und zeigen.

Also sind wir erstmal schön essen gegangen. Sehr nettes griechisches Restaurant mit einer Vielfalt von gutem Essen und wiederum sehr netten Gesprächen mit Ivan, Michael und natürlich Ralf.

Das Essen war gut und das Bier auch 🙂

Zurück bei Alterco hat uns Michael mal die ganze Verkabelung und Integration der eigenen Smart Home Komponenten gezeigt. Natürlich ist das komplette Gebäude mit diversen Shelly-Produkten ausgestatte. Das Fängt in der Lobby an mit vielen Shelly Bulbs und geht dann über die Verteilung hin mit diversen Shelly 4 Pros.

Kleine Collage der verbauten Shelly 4 Pros in den Schaltschränken

Für uns der interessantere Bereich war natürlich die Etage, wo es sich um Shelly dreht. Wenn man hier den Eingang betritt gelangt man direkt in ein großes offenes Büro mit einigen Arbeitsplätzen wo hauptsächlich die Entwickler sitzen.

Zu der Zeit war vorerst nur eine Etage für Shelly belegt, mittlerweile ist Allterco auch hier gewachsen und der Aufbau im Büro und auf den Etagen hat sich verändert. Ein aktuellen Bericht aus Bulgarien gibt es demnächst!

Der erste Blick in den Raum

Dazu gibt es noch einen Besprechungsraum, in dem wir uns anfangs befanden, ein Labor mit allen möglichen Geräten und Hilfswerkzeugen zum Testen der Geräte. Ein separates kleineres Büro für die grafische Abteilung und ein kleiner Raum wo ein paar 3D-Drucker parat stehen für die Entwicklung von Prototypen und so weiter.

Ivan Mihaylov musste zwischendurch immer wieder weiter arbeiten, zu dem Zeitpunkt war dort die Hölle los 🙂 Trotzdem waren alle entspannt und nahmen sich die Zeit für uns.

Ganz oben im Gebäude entsteht derzeit eine zweite Abteilung für Shelly. Was genau da rein kommt wissen Sie noch nicht, aber wahrscheinlich soll hier Platz für die Entwickler geschaffen werden. Michael meinte das diese oft sehr wirres Zeug reden und besser unter sich zurechtkommen – Quasi unter Artgenossen :-D.

Die obere Etage war zu dem Zeitpunkt noch nicht komplett ausgebaut.

Auf dem Balkon oben war es Zeit für ein kleines Gruppen-Foto.

Rainer, Martin, Michael und Ralf

Nachdem wir den kleinen Rundgang beendet haben, haben wir uns nochmal alle in einem Konferenzraum zusammengefunden, um ein Interview mit Ivan zu führen für euch.

Fazit des Tages

Der Tag war großartig. Wir wurden sehr freundlich und offen von Allterco empfangen und haben uns sehr wohl gefühlt. Es gab sehr tolle Gespräche und ich denke wir haben hier den Grundstein zu einer guten Zukunft mit Shelly gelegt. Wir freuen uns auf weitere spannenden Projekte zusammen mit Allterco und werden diesen Besuch auf alle Fälle wiederholen.

Teil 1 verpasst? Hier gehts zum ersten Teil unserer Reise.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Unterstützen Sie unsere Arbeit auf Patreon!